tourismus in den alpen vor und nachteile


Sie finden sich vor allem in Österreich, Bayern und Südtirol. Angesichts der Probleme, die von grossen Zahlen und hohen Konzentrationen von Zweitwohnungen ausgehen, müssen staatliche Eingriffe in den Zweitwohnungsmarkt in Zukunft weiterhin eine bedeutende Rolle spielen. Zum einen ist es nicht möglich festzustellen, ob die teilweise bewohnten Wohnungen in der Tat Zweitwohnungen für Tourismus-und Freizeitzwecke sind (wie in der obigen Definition), oder ob sie beispielsweise durch saisonal angestelltes Servicepersonal bewohnt werden. Die Unterschiede zwischen den in Tabelle 1 gezeigten Alpenländern werden nun im Detail analysiert. Wie wirkt sich der Klimawandel in den Alpen auf die Tourismusbranche aus? Die Vorteile eines sozialwissenschaftlichen Ansatzes scheinen noch grösser, wenn multilokales Wohnen und amenity migration als Chancen für den Alpenraum betrachtet werden. zus. SEE, 2001.– La Lettre, n°73, juillet 2001, Lyon, Insee Rhône-Alpes. 8 Millionen Betten3 in Zweitwohnungen von überragender quantitativer Bedeutung. Drittens sind die Alpen eine ökologisch sensible Region, in der Umweltprobleme leichter und stärker sichtbar werden (Sonderegger, 2014). Aber besonders schwerwiegend sind die Auswirkungen auf den alpinen Naturraum über die Grenzen der ökologischen Belastbarkeit hinaus. 36In Zukunft dürfte das Wachstum von Bevölkerung und Wohlstand in den Ballungszentren in der Nähe der Alpen weiter anhalten, und Immobilien werden in Europa wohl ebenfalls eine wichtige Anlageklasse bleiben. Ursprünglich als Familienwohnsitze erstellt, dienen sie nun vor allem für Freizeit- und Urlaubszwecke. Die Unterscheidung zwischen erstem und zweitem Wohnsitz wird von mehreren Autoren als ungeeignet erachtet (Perrot & La Soudière, 2003; Duchêne-Lacroix et al., 2013; Müller & Marjavaara, 2012). Während ein Zweitwohnungsanteil von über 80% in den französischen und westitalienischen Alpen durchaus üblich ist, gibt es in der Region Bayern-Westösterreich-Südtirol kaum Gemeinden mit mehr als 20% Zweitwohnungen. Allerdings handelt es sich dabei um das mit Abstand stärkste Wachstum innerhalb der Alpen. Nur so können viele Fragen, die bisher noch völlig unbeantwortet blieben, beantwortet werden. Die entsprechenden Erläuterungen folgen im Detail in Kapitel 6. Nicht nur dieser Berg der Alpen wirkt wie ein Magnet auf Kletterer und Bergsteiger. ), Gratwanderung Ökotourismus. stellt der Zweitwohnungsbau in diesen Regionen einen zentralen Teil der Entwicklung dar. Ein starker Fokus der jüngsten Forschung in den Alpen liegt auf Migrationsprozessen, die in einem Zusammenhang mit „neuen Lebensweisen und Wohnbedürfnissen der Bevölkerung, mit dem Bau von Zweitwohnungen und dem internationalen Tourismus“ stehen (Messerli, Im Gegensatz zum Konzept der Migration (die eine dauerhafte Verlegung des Lebensmittelpunktes impliziert) bezieht sich multilokales Wohnen auf einen Haushalt mit verschiedenen Wohnsitzen. In der Folge wird der Zweitwohnungsmarkt für Freizeit und Tourismus weiterhin einem starken Wachstumsdruck unterliegen. Freizeitwohnungen /-häuser (meist dafür gebaut und vor allem in der eigenen Freizeit genutzt), 2. Es wird oft argumentiert, dass diese Nähe die räumliche Verteilung bestimme (Machiavelli, 2012; Perlik, 2006). Die von Coppock gestellte Schlüsselfrage („Zweitwohnungen: Fluch oder Segen?“) wird also kaum je beantwortet werden und ihren rhetorischen Charakter wohl auch in Zukunft behalten. Diese dienen dazu, Ihnen Servicefunktionen anbieten , Mitteilungen der Fränkischen Geographischen Gesellschaft, Vol. 48, p. 273-304. Dazu gehören die Regulierung des Immobilienmarktes, die Verfügbarkeit von attraktivem Bauland und von Investitionskapital, der Schutz der privaten Investitionen, staatliche Anreize für den Wohnungsmarkt, die Regionalpolitik sowie die jeweilige Ferientradition (Sonderegger, 2014). ), A companion to tourism. Ein quantitativer Überblick über die aktuelle Zweitwohnungssituation fehlt also. Der zweite Subtyp sind Ferienwohnungen, die sich im Wohngebäude der Eigentümer befindet und von diesen auch selbst geführt wird. Und spielen in den Tourismusdestinationen die Zweitwohnungen wirklich eine zentrale Rolle? Die Abwanderung stimmt grundsätzlich mit beiden Schemata überein (Bätzing, 2005), mit grösseren Ausnahmen in den französischen Alpen, Interessanterweise kann aufgrund der vorliegenden Daten keine höhere Konzentration von Zweitwohnungen in der Nähe der grossen Ballungsräume ausserhalb der Alpen identifiziert werden. Touristen kommen meistens mit ihren Autos, das verschmutzt die Luft und erhöht den Lärmpegel Sie reichen von Zersiedelung, Verlust von wertvollen Landschaften und Dorfbildern über Wasserknappheit und Verkehrsstaus, bis hin zum Ausschluss von der lokalen Bevölkerung aus dem Wohnungsmarkt. Quelle: Eigene Untersuchungen, basierend auf Volkszählungsdaten der Alpenstaaten; die letzte Spalte enthält eigene Schätzungen für das Jahr 2012, Für die durchschnittliche Anzahl der Betten in Zweitwohnungen sind empirisch erhobenen Daten verfüg, Die Gesamtzahl von 1’850’000 Zweitwohnungen umfasst damit einen Anteil von über 25% des gesamten Wohnungsbestandes innerhalb der Alpen. 12Um einen Überblick über Situation bei den Zweitwohnungen im Alpenraum zu gewinnen, werden zwei Schritte durchgeführt. Basierend auf diesen beiden Prozessen kann eine weitere Unterscheidung gemacht werden. Mit 4810 Metern ragt der Gipfel des Mont Blanc am höchsten in den Himmel. Darauf basierend können drei Funktionstypen von Zweitwohnungen in den Alpen unterschieden werden: 1. Im ersten Untertyp werden die Immobilien von einer Investmentgesellschaft von ausserhalb der Alpen entwickelt. Tourismus in den Alpen Die SuS können Argumente für und gegen den Alpentourismus erarbeiten und in einem Rollenspiel präsentieren Zeit Inhalt Sozialform/metho-d­isches Vorgehen LV/Fragen, Bemerkungen, Lösungen, ESA (erwartete Schülerantwort) Medien 8:00 -8:05‛ Begrüßung + Gruppeneinteilung Müller D. K., 2004.– « Mobility, Tourism and Second Homes », Lew, Alan A., Michael C. Hall & Allan M. Williams (ed. / / Schweiz: Die Schätzung für die Schweiz wurde berechnet unter Verwendung eine jährlichen Wachstums von 1%, bezogen auf die Entwicklung in der Vergangenheit und einen stabilen institutionellen Rahmen. Diese Situation ist an vielen Orten in der Schweiz und in anderen Ländern aufgetreten (Plaz, 2006; Sonderegger, 2014). Ein vieldiskutiertes Problem sind die ökologischen Auswirkungen auf den Lebensraum. 3 Für die durchschnittliche Anzahl der Betten in Zweitwohnungen sind empirisch erhobenen Daten verfügbar. Drittens sind die Alpen eine ökologisch sensible Region, in der Umweltprobleme leichter und stärker sichtbar werden (Sonderegger, 2014). Neue Bauprojekte führen zu weiterem Wachstum in der Baubranche, die wiederum neue Aufträge braucht, was wiederum zu Wachstum führt etc. Bender & Kanitscheider, 2012 für einen umfassenden Überblick über die Mobilitätstypen in den Alpen). Tabelle 1. Zweitens bestehen zwischen den Alpenländern grosse Unterschiede bezüglich Raumplanung, Baukultur, Tourismus- und Wohnbaupolitik, die für die Analyse interessant scheinen. Bei den Gemeinden mit dem grössten absoluten Bestand (nicht Anteil) an Zweitwohnungen handelt es sich entweder um Alpenstädte (San Remo, Salzburg, Grenoble und Innsbruck) oder solche mit mehreren Integrierten Stationen (St. Martin de Belleville). Diese Situation ist an vielen Orten in der Schweiz und in anderen Ländern aufgetreten (Plaz, 2006; Sonderegger, 2014). Italien (ausser Südtirol): Neben ca. Hans Haid, Goa in den Alpen - Mit Mut, Witz und Widerstand für eine ökologische Regionalentwicklung, in: Yörn Kreib/Angela Ulbrich (Hrsg. Aus diesem Grund werden hier die Daten der Wohnungsstatistiken verwendet, die im Rahmen der Volkszählungen um das Jahr 2000 erstellt wurden. Bartaletti, 2011). Tourismus: Die Vor- und Nachteile im Überblick FOCUS Der Tourismus kann einen enormen wirtschaftlichen Aufschwung bewirken, aber er kann auch schädlich für die Umwelt sein und die einheimische Bevölkerung unter Druck setzen. 8Ein starker Fokus der jüngsten Forschung in den Alpen liegt auf Migrationsprozessen, die in einem Zusammenhang mit „neuen Lebensweisen und Wohnbedürfnissen der Bevölkerung, mit dem Bau von Zweitwohnungen und dem internationalen Tourismus“ stehen (Messerli et al., 2011; eigene Übersetzung). Beide Länder haben jedoch auch die grössten Anteile (je rund ein Drittel) und die höchsten Dichten von Zweitwohnungen (pro Einwohner und pro Quadratkilometer) der gesamten Alpen. , 1985.– Zweitwohnungen, ein touristisches Dilemma ? Petite M., 2013.– « Mountain dwellers versus eco-freaks », Journal of Alpine Research | Revue de géographie alpine, Rebond, Le 11 mars 2012 en Suisse : limiter les résidences secondaires, les enjeux d’une votation. Die dynamische Entwicklung des Zweitwohnungsbestandes hat in den vergangenen Jahrzehnten in der Entwicklung vieler Gemeinden im Alpenraum eine wichtige Rolle gespielt. Und wie könnte ein nachhaltiger Tourismus aussehen? 28Im Gegensatz zu attraktiven Tourismusdestination besteht in Abwanderungsregionen in der Regel keine hohe Nachfrage nach Immobilien (Gallent et al., 2005). Hilti N., 2011.– Hier - Dort - Dazwischen. Die Annährung von 4,5 Betten pro Wohnung wird aus dem Mittelwert dieser Schätzungen abgeleitet. Das Ergebnis ist schliesslich ein sich selbst verstärkender und sich selbst erhaltender regionaler Wirtschaftskreislauf, der in einer vom Tourismus völlig getrennten Logik (Sonderegger, 2014) funktioniert. Beide Zahlen liegen weit über den Ergebnissen vergleichbarer Schätzungen (Bätzing, 2005; BAK Basel, 2011). 10Die potenziellen Mobilitätsmuster zwischen den Alpen und ihrer Umgebung gehen sogar noch weit über multilokales Wohnen und amenity migration hinaus (cf. Zusammen mit dem westlichen Österreich bilden sie eine mehr oder weniger homogene Region mit ähnlichen institutionellen und kulturellen Voraussetzungen, obwohl sie in drei verschiedenen Staaten liegen. Familienliegenschaften (entstanden durch Abwanderung und vor allem für Freizeitzwecke verwendet). Daraus können soziale und wirtschaftliche Beziehungen entstehen, die über Jahrzehnte hinweg stabil bleiben. In dieser Fragestellung spielen nun die Institutionellen Rahmenbedingungen eine zentrale Rolle. in den Alpen die Vor- und Nachteile des Touris-mus in den Alpen bewerten, Position zu unterschiedlichen Pers - pektiven beziehen und diese analy-sieren, Alternativen einschätzen Gruppenarbeit, Diskussion Arbeitsblatt 11 90 / / Deutschland: Aufgrund mangelnder Qualität, einer vermuteten Überschätzung des tatsächlichen Bestand in den Daten und aufgrund des Fehlens eindeutiger Hinweise für das Wachstum wurde die Schätzung für Deutschland auf eine Rundung des Bestands von 2000 beschränkt / / Österreich: eine restriktive Gesetzgebung und eine hohe Nachfrage nach Zweitwohnungen präsentieren ernste Herausforderungen für eine seriöse Schätzung in Österreich. In welchem Rhythmus und für welche Zwecke nutzen sie ihre Wohnsitze? Damit beginnt die Baubranche an vielen Orten selbst die treibende Kraft in der Immobilienentwicklung zu werden. Die Intensivierung des Tourismus im Alpenraum hat nachhaltig die Wirtschaft, Besiedlung und Kultur verändert. Welche Bedeutung haben Zweitwohnungen in den übrigen Alpen? Vor allem in Frankreich, Italien (ohne Südtirol) und der Schweiz sind neu erstellte Immobilien in Tourismusdestinationen von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. 2 In Frankreich und Slowenien wird die Nutzung einer Zweitwohnung zu Freizeitzwecken separat ausgewiesen. Zum einen ist es nicht möglich festzustellen, ob die teilweise bewohnten Wohnungen in der Tat Zweitwohnungen für Tourismus-und Freizeitzwecke sind (wie in der obigen Definition), oder ob sie beispielsweise durch saisonal angestelltes Servicepersonal bewohnt werden. 5 In den französischen Alpen haben Bätzing und Dickhörner grössere Gebiete identifiziert, in denen seit 1971 eine Wiederbevölkerung zu verzeichnen ist (Bätzing, 2005). Allerdings sind Zweitwohnungen nicht ubiquitär über die Alpen verteilt. Durch die Wahl von qualitativen oder regionalen Ansätzen, die in neueren Publikationen oft gewählt werden (Steinicke. Geschichte und Zukunft einer europäischen Kulturlandschaft, Munich, C.H. Anteil der Zweitwohnungen auf Gemeindeebene, Quelle: Nationale Volkszählungen (um 2000, Deutschland: direkte Information durch die relevanten Gemeinden), Berechnungen durch die Autoren. ), 2009, Understanding and Managing Amenity-led Migration in Mountain Regions: Proceedings of the Mountain Culture at the Banff Centre conference held May 15. – 19, 2008, p. 93-102. Eine durch den Zweitwohnungsbau erstarkte Baubranche beginnt in solchen Destinationen, selbst neue Projekte zu entwickeln und damit die eigene Auslastung zu verbessern. Des Weiteren sind viele Urlauber von dem Maximum an Privatsphäre einer Ferienwohnung begeistert. AccueilDossiersHors-SérieZweitwohnungen im Alpenraum. Jedermann hat die Möglichkeit, in ferne Länder zu reisen. Familienliegenschaften: Aufgrund ihrer Nutzung zu Freizeitzwecken ist die Unterscheidung gegenüber Typ 1 nicht eindeutig. / / Slowenien: Aufgrund der sehr kleinen Zahl bis 1991 (Gosar, 1989), des massiven Wachstums zwischen 1990 und 2000 (Urad Republike Slovenije Statisticni, online) und des weiterhin grossen identifizierten Potenzials, wurde den Schätzungen für Slowenien das höchste Wachstum aller Alpenländer zu Grunde gelegt (3% jährlich). Gosar A., 1989.– « Second Homes in the Alpine Region of Yugoslavia », Mountain Research and Development, vol. 9, n°2, Mai 1989, pp. 165-174. Sie helfen somit dabei, die bestehenden touristischen Einrichtungen auszulasten. ARE, 2013.– Factsheet on second homes, Bern, Federal Office for Spatial Development. Und spielen in den Tourismusdestinationen die Zweitwohnungen wirklich eine zentrale Rolle? Demokratie stärken - Zivilgesellschaft fördern, Wir setzen auf dieser Website Cookies ein. (Ed.) Gruppe Tourismus: Schnee nach Wunsch 1. Sie weisen auch ähnliche Gesamtzahlen, Anteile und Konzentrationen von Zweitwohnungen auf und werden für die unten folgenden Analysen als ein Raum behandelt. Die Landwirtschaft in den Bergen war die bedeutendste Einnahmequelle. In den übrigen Alpenstaaten liegen die Anteile und die Konzentrationen von Zweitwohnungen deutlich tiefer. Zwei Dinge werden dabei sichtbar. Die Liste der ökologischen Schäden ist lang und oft haben wenige Eingriffe bereit… Gallent N. & Tewdwr-Jones M., 2000.– Rural Second Homes in Europe. Roger Sonderegger et Werner Bätzing, « Zweitwohnungen im Alpenraum Â», Journal of Alpine Research | Revue de géographie alpine [En ligne], Hors-Série | 2013, mis en ligne le 20 octobre 2014, consulté le 01 mars 2021. Braumann Ch., 2010.– « Österreich sucht neue Wege der Regulierung », Cipra AlpMedia, 2010, Viel Raum für wenig Nutzen : Zweitwohnungsbau im Alpenraum, Schaan, Cipra. Duchêne-Lacroix C., Hilti N. & Schad H., 2013.– « L’habiter multilocal : discussion d’un concept émergent et aperçu de sa traduction empirique en Suisse », Revue Quetelet, Vol. 1, n°1, pp. 69-89. Second homes : Final Report, from January 19, 2007. Freizeitwohnungen und Ferienwohnung sind grundsätzlich unterschiedlicher Natur bezüglich ihrer Entstehung, des Gebäudetyps und in der Regel auch bezüglich ihrer Benutzung. Bietet die amenity migration wirklich eine neue Perspektive für die Alpen, indem sie die langjährige Abwanderung auf einem gesamtalpinen Massstab stoppt oder sogar umkehrt? Wie Sie dem Web-Tracking widersprechen können sowie weitere Informationen dazu finden Sie in unserer, Kontraste - Auf den Spuren ­einer Diktatur, Gesetz über das ­Bundesverfassungsgericht, Podcast "Rechtsextreme Rückzugsräume" - die Reihe, Politische Bildung in einer digitalen Welt, Datenbank "Politische Bildung und Polizei", Aus Politik und Zeitgeschichte (B 47/2001). Nur sehr wenig ist bekannt über die alltäglichen Praktiken der Zweitwohnungsbesitzer, z. Zwei Hauptprozesse sind gemäss eigenen Analysen für die grossen Unterschiede zwischen den Alpenländern relevant: erstens ein intensiver Neubau von Zweitwohnungen für Freizeit-und Tourismuszwecke, und zweitens die Abwanderung der Bevölkerung aus den Alpen, verbunden mit der anschliessenden Umwandlung ihrer ehemaligen Hauptwohnsitze in Wohnungen für Freizeit-und Tourismuszwecke. Nur so können viele Fragen, die bisher noch völlig unbeantwortet blieben, beantwortet werden. Nachhaltiger Tourismus ist langfristig ausgelegt, folgt ethischen Grundsätzen, ist sozial gerecht, kulturell respektvoll und umweltverträglich. Das Ergebnis ist schliesslich ein sich selbst verstärkender und sich selbst erhaltender regionaler Wirtschaftskreislauf, der in einer vom Tourismus völlig getrennten Logik (Sonderegger, 2014) funktioniert. Welche Bedeutung haben Zweitwohnungen in den (ed. Aus diesen Gründen schien ein Wachstum von rund 8% für einen Zeitraum von 13 Jahre, realistisch zu sein, was zu einer Gesamtzahl von 520'000 Zweitwohnungen führt. Es gibt jedoch zwei wichtige Ausnahmen: Bayern und Südtirol. ), 2004.– Tourism, Mobility and Second Homes : Between Elite Landscape and Common Ground, Clevedon, Channel View Publications. (2006), The Amenity Migrants : Seeking and sustaining Mountains and their Cultures, Wallingford, Cambridge MA, CAB International, pp. 215-231. In diesem Sinne können Zweitwohnungen als Indikator für einen laufenden Umwandlungsprozess der Alpenregion zu einem Raum für Freizeit und Tourismus interpretiert werden. Diese Wohnungen und Häusern werden von ihren Nutzern entweder gekauft oder sehr langfristig gemietet, meistens aber nur für kürzere Zeiten gebraucht, z.B. Um für die Zukunft einen Referenzrahmen für diese Frage bieten zu können, scheint die Untersuchung dieser Frage lohnenswert. Sie helfen somit dabei, die bestehenden touristischen Einrichtungen auszulasten. 1Zweitwohnungen haben in der Entwicklung vieler ländlicher Regionen in Europa eine zentrale Rolle gespielt, insbesondere an den Küsten und in den Bergregionen (Gallent & Tewdwr-Jones, 2000). Freizeitwohnungen: Aufgrund ihrer Lage in der Nähe der wichtigsten Ballungsräume sind die Alpen ein attraktiver Ort für Freizeitwohnungen und -häuser. (ed. Heute ist allgemein anerkannt, dass der Bau von Zweitwohnungen in ländlichen Regionen sowohl grosse Vorteile als auch gravierende Nachteile mit sich bringt. 26Diese Nachfrage stammt vor allem aus europäischen Ländern und lässt sich auf sechs Haupttreiber zurückführen (Arnesen, 2009; Sonderegger, 2014): Wachstum der Bevölkerung (vor allem wichtig ist das Wachstum der Anzahl Haushalte), des Wohlstandes, der Flexibilität bei der Arbeit, der individuellen Mobilität, der sicheren und zuverlässigen Strasseninfrastruktur und der Ballungsräume. Zweitens gibt es – in Bezug auf die gesamten Alpen – eine hohe Konzentration von Zweitwohnungen in relativ wenigen Gemeinden. McIntyre N., Williams D. R. & McHugh K. E. Macchiavelli A., 2011.– « Le abitazioni di vacanza nelle valli alpine : implicazioni sulle destinazioni turistiche », Varotto, Mauro and Benedetta Castiglioni (eds. Canton of Valais, 2007.– Cantonal Masterplan – Basic Principles. Jüngere Berechnungen der Bundesverwaltung stützen diese Schätzung (ARE 2013). Schweiz: Das Schweizer Modell basiert auf dem Bau von Zweitwohnungen für Freizeit und Tourismus, meist in bestehenden Siedlungen in landschaftlich attraktiven Gebieten (ARE, 2013). Er unterscheidet zwischen fünf grossen Tourismusmärkten in den Alpen, die gleichzeitig die Heterogenität der Staaten und die oben erwähnte Homogenität von Bayern, Westösterreich und Südtirol abbilden. Vor allem in Frankreich, Italien (ohne Südtirol) und der Schweiz sind neu erstellte Immobilien in Tourismusdestinationen von grosser wirtschaftlicher Bedeutung. Der Tourismus ist jedoch ein Phänomen mit einer hohen räumlichen Konzentration – nur etwa 10% der Gemeinden in den Alpen sind vom Tourismus abhängig (Bätzing, 2005). Thema Tourismus in den Alpen alpinwelt 3/2018 17 „alpin-mediterranem Lebensgefühl“, Kärnten ver-kündet „Lust am Leben“, Bad Tölz propagiert „Freude am Leben“, und Niederösterreich stürzt sich „Hinein ins Leben“, hurra! Diese dienten im Sozialismus vor allem einer nationalen Nachfrage (Gosar, 1989, Perlik 2006). BAK Basel, 2011, Tourismus Benchmarking – die Schweizer Tourismuswirtschaft im internationalen Vergleich. Die hohe Bedeutung dieser Rahmenbedingungen führt dazu, dass innerhalb eines Staates nur relativ geringe Unterschiede auf dem Zweitwohnungsmarkt bestehen. In den französischen Alpen haben Bätzing und Dickhörner grössere Gebiete identifiziert, in denen se, Sowohl die abnehmende Bedeutung von West nach Ost als auch die Konzentration der Zweitwohnungen in relativ wenigen Gemeinden entsprechen den Erkenntnissen von Bätzing (2005) über die räumlichen Muster des Tourismus in den Alpen. Geografia e cultura di una regione nel cuore dell’Europa, Die Typisierung der Alpengemeinden nach “Entwicklungsverlaufsklassen” für den Zeitraum 1870-1990Â. 312. Die Schweiz liegt mit einem Anteil von 26% genau im Gesamtdurchschnitt – wie auch in vielen anderen Alpenthemen. Er unterscheidet zwischen fünf grossen Tourismusmärkten in den Alpen, die gleichzeitig die Heterogenität der Staaten und die oben erwähnte Homogenität von Bayern, Westösterreich und Südtirol abbilden. Auch die Probleme rund um den Zweitwohnungsbau wurden in der Vergangenheit intensiv diskutiert. Damit gefährdet er seine eigene Grundlage, denn die einzigartige Natur und Landschaft macht diese Region für Tourismus und Erholung attr… Die entsprechenden Projekte sind in der Regel gross, gehören grossen Anlegern, und sie werden von professionellen Agenturen verwaltet. Zuerst werden Daten aus den Gebäudestatistiken zusammengeführt, inklusive dem Verhältnis der Zweitwohnungen zum gesamten Wohnungsbestand, zur Anzahl Einwohner und zur Fläche (cf. stellt der Zweitwohnungsbau in diesen Regionen einen zentralen Teil der Entwicklung dar. Nutzen und Gefahren Durch den Massentourismus werden Arbeitsplätze geschaffen und regionale Einkommen generiert, wodurch die Gefahr einer Abwanderung verringert werden kann. 21Grosse Unterschiede lassen sich in Bezug auf die räumliche Konzentration von Zweitwohnungen auf der Gemeindeebene beobachten. 5Die Diskussion über die in Kapitel 1 angesprochenen Folgen des Zweitwohnungsbaus hat eine lange Tradition in den angelsächsischen (Coppock, 1977; Gallent & Tewdwr-Jones, 2000; Hall & Müller, 2004; McIntyre et al., 2006), skandinavischen (Müller, 2004) und deutschsprachigen Ländern (Krippendorf, 1975; Anrig, 1985). 4 Das Stockwerkeigentum wurde auf Bundesebene im Jahr 1965 eingeführt und ermöglicht es Käufern, eine Wohnung in einem Mehrfamilienhaus einschliesslich des entsprechenden Landanteils zu erwerben. Da hier keine Volkszählung durchgeführt wurde, mussten die Daten zu Zweitwohnungen direkt bei den jeweiligen Gemeinden angefragt werden. Frankreich und Italien sind damit die eigentlichen Zweitwohnungsländer innerhalb des Alpenraums. Die „Annehmlichkeiten“ („amenities“) beziehen sich dabei in aller Regel auf ländliche Gebiete. Deutschland, Österreich und Südtirol: In diesen Regionen hat sich der Tourismus in einer dezentralisierten Struktur entwickelt, die das Gastgewerbe begünstigt (Bätzing, 2005). Die Volkszählungsdaten haben gezeigt, dass in den Alpen über Jahrzehnte hinweg ein bedeutendes und stabiles Wachstum im Zweitwohnungsbestand stattgefunden hat. McIntyre N., Williams D. R. & McHugh K. E. Steinicke E., Cede P. & Löffler R., 2012.–. Damit werden Wachstumszyklen in Kraft gesetzt, die auch für die Gemeinden kurzfristigen Nutzen in Form von Abgaben und Gebühren und langfristige Vorteile durch Immobiliensteuereinnahmen generieren. Wesentliche Unterschiede bestehen zwischen den Alpenländern sowohl hinsichtlich der Anzahl als auch bezüglich der Konzentration der Zweitwohnungen. , 2011.– Le Alpi. Die Schweiz zeigt eine Mischung aus Wachstum und Niedergang (letztere findet vor allem in den südlichen Teilen der Schweizer Alpen statt) (Perlik, 2006). Trotz der hohen Bedeutung der Zweitwohnungen für Freizeit und Tourismus in den Alpen – so die These – gab es bisher keine Versuche, die Grösse des Phänomens abzuschätzen. Messerli P., Scheurer Th. Es gab auch bereits industrielle Betriebe, aber aufgrund der schlechten Lage und der niederen Bevölkerungsdichte war diese Branche nicht profitabel genug. Bender O. Zweitens ist die Qualität von Volkszählungsdaten im Bereich Zweitwohnungen generell zu hinterfragen, weil die Daten auf Selbstdeklarationen von Zweitwohnungsbesitzern beruhen und deshalb schwer zu überprüfen sind. Eine durch den Zweitwohnungsbau erstarkte Baubranche beginnt in solchen Destinationen, selbst neue Projekte zu entwickeln und damit die eigene Auslastung zu verbessern. (eds. Dieser Prozess muss im Rahmen eines grundlegenden strukturellen Wandels von einer ländlich-bäuerlich geprägten Wirtschaft hin zu einer städtischen, von Dienstleistungen geprägten Wirtschaft (Bätzing, 2005) verstanden werden. Coppock, J. T., 1977.– Second Homes : Curse or Blessing ?, Oxford, Pergamon. Das Konzept der Multilokalität hat jedoch weiterhin noch grosses Potenzial für weitere Untersuchungen in ländlichen bzw. Wenn davon ausgegangen wird, dass mindestens ein sehr grosser Teil dieser Häuser für Tourismus- und Freizeitzwecke verwendet werden2, ist die Bedeutung der Zweitwohnungen für Freizeit und Tourismus beträchtlich. Neben Neubauten in attraktiven Tourismusregionen hat auch die Abwanderung bei der Entstehung von Wohnungen für Freizeit und Tourismus eine Schlüsselrolle gespielt. Diese Zweitwohnungen werden im kleinen Massstab und häufig von Familien erstellt und betrieben. Die Zweitwohnungen werden auf kommunaler Ebene für den gesamten Alpenbogen herausgefiltert und in eine eigene Datenbank übertragen. Zahlen und Aktien von Zweitwohnungen (SH) im Alpenraum im Jahr 2000 und 2012. Familienliegenschaften (entstanden durch Abwanderung und vor allem für Freizeitzwecke verwendet). Trotz des allgemeinen Bevölkerungswachstums in den Alpen seit 1870 haben weite Gebiete der italienischen Alpen, der südlichen französisch Alpen und des östlichen Teils der Ostalpen Bevölkerung verloren. Nur sehr wenig ist bekannt über die alltäglichen Praktiken der Zweitwohnungsbesitzer, z. Die meisten Schätzungen reichen von 4 bis 5 Betten pro Zweitwohnung. Auch die Probleme rund um den Zweitwohnungsbau wurden in der Vergangenheit intensiv diskutiert. Anschrift: INIT der Universität Salzburg, Rudolfskai 42, A-5020 Salzburg. Im Gegensatz dazu werden leere Wohnungen von niemandem bewohnt, auch nicht vorübergehend. 323. Veröffentlichungen u. a.: (Hrsg. Fast die Hälfte aller Zweitwohnungen befindet sich in nur rund 300 der insgesamt über 6’000 Gemeinden. Kartenblatt zum ÖROK-Atlas zur räumlichen Entwicklung Österreichs, Wien, Österreichische Raumordnungskonferenz. La Revue de Géographie Alpine est mise à disposition selon les termes de la licence Creative Commons Attribution - Pas d'Utilisation Commerciale - Pas de Modification 4.0 International. Die Wahrnehmung von Zweitwohnungen als „kalte Betten“, die zu einem Mangel an regionaler Wertschöpfung führen, zeigt auf, dass sie oft in einem touristischen Kontext verstanden werden – insbesondere in den deutschsprachigen Ländern. Dazu gehören die Regulierung des Immobilienmarktes, die Verfügbarkeit von attraktivem Bauland und von Investitionskapital, der Schutz der privaten Investitionen, staatliche Anreize für den Wohnungsmarkt, die Regionalpolitik sowie die jeweilige Ferientradition (Sonderegger, 2014). Zweitens führte eine kontinuierliche Abwanderung aus grossen Teilen der Alpen (Bätzing & Dickhörner, 2001) zur Umwandlung vieler ehemaliger Familienwohnsitze in Zweitwohnungen für Freizeit und Ferien. Für die Analyse wurden die teilweise bewohnten Wohnungen als Zweitwohnungen eingestuft. Das bedeutet, dass die hier verwendeten Daten dazu neigen, den Ist-Bestand von Zweitwohnungen zu überschätzen. Allerdings befindet sich fast die Hälfte aller Zweitwohnungen in nur rund 300 Gemeinden; in einem grossen Teil der Alpen spielen also Zweitwohnungen keine besonders wichtige Rolle. Freizeitwohnungen /-häuser (meist dafür gebaut und vor allem in der eigenen Freizeit genutzt), 2. Die oben stehende Karte zeigt den Anteil der Zweitwohnungen für jede Gemeinde im Alpenraum. 23Sowohl die abnehmende Bedeutung von West nach Ost als auch die Konzentration der Zweitwohnungen in relativ wenigen Gemeinden entsprechen den Erkenntnissen von Bätzing (2005) über die räumlichen Muster des Tourismus in den Alpen. New immigration into the European Alps : emerging research issuesÂ, Bielckus, C. L., Rogers A. W. & Wibberley G. P., 1972.–, Duchêne-Lacroix C., Hilti N. & Schad H., 2013.–, Gallent N., Mace A. Hall, M. C. & Müller D. K. Zwei parallel ablaufende Prozesse wurden in den Analysen als entscheidend dafür identifiziert. Die meisten Zweitwohnungen gehören dabei Privatpersonen aus den städtischen Regionen der Schweiz. 15Die Analysen für das Jahr 2000 zeigen, dass es im Alpenraum rund 1’980’000 Zweitwohnungen gibt, was einem Anteil von 26% am gesamten Wohnungsbestand entspricht. Erstens liegt er als ländlicher Raum inmitten grosser europäischen Ballungszentren, und es handelt sich beim Alpenraum um die zweitwichtigste Tourismusregion der Welt (bezüglich Übernachtungen, cf. Die meisten Alpenländer bieten nur qualitativ ungenügende Daten zum informellen Beherbergungssektor, insbesondere zu Zweitwohnungen. Es gibt keine allgemein anerkannte Definition für den Begriff, Die Diskussion über die in Kapitel 1 angesprochenen Folgen des Zweitwohnungsbaus hat eine lange Tradition in den angelsächsischen (Coppock, 1977; Gallent & Tewdwr-Jones, 2000; Hall & Müller, 2004; McIntyre, In den Alpen haben Zweitwohnungen eine wichtige Funktion in der Beherbergung. Erstens sinkt die Bedeutung der Zweitwohnungen von Westen nach Osten. Dieser Untertyp findet sich vor allem in den französischen, in den italienischen und in geringerem Umfang auch in den Schweizer Alpen.